Islamismus in Südasien X
Die „Neo-Muslime“ Indiens
Aus den gesellschaftlich benachteiligten Teilen des Kastensystems treten viele zum neuen Glauben über. Diese „Neo-Muslime“ geben dem indischen Islam eine örtliche Nuance, da die alten Lebensgewohnheiten mit eingebracht werden.
„Zweifellos wurden viele durch weltliche Vorteile bewogen, die der neue Glaube bot. Ebenso stark muß sein Aufruf jene getroffen haben, deren angeborener Sinn für Recht und menschliche Würde gegen die Härten des Kastensystems rebelliert.“ (Kabir, 1965; S. 137).
Der Integrationsprozess führt in der muslimischen Praxis zur Übernahme hinduistischer Bräuche. Zum Teil nehmen Glieder beider Gemeinschaften an den religiösen Festen teil.
„…oder die farbenprächtigen Feste an Sufi-Schreinen, die von Hindus und Muslimen gleichermaßen besucht werden…“ (Oesterheld, 1996, S. 185).
„Zweifellos wurden viele durch weltliche Vorteile bewogen, die der neue Glaube bot. Ebenso stark muß sein Aufruf jene getroffen haben, deren angeborener Sinn für Recht und menschliche Würde gegen die Härten des Kastensystems rebelliert.“ (Kabir, 1965; S. 137).
Der Integrationsprozess führt in der muslimischen Praxis zur Übernahme hinduistischer Bräuche. Zum Teil nehmen Glieder beider Gemeinschaften an den religiösen Festen teil.
„…oder die farbenprächtigen Feste an Sufi-Schreinen, die von Hindus und Muslimen gleichermaßen besucht werden…“ (Oesterheld, 1996, S. 185).

Das die Muslime der unteren Schichten sich größtenteils aus konvertierten Hindus zusammensetzen, stellt ein Strukturmerkmal des indischen Islams dar. Ihre eher vordergründige Islamisierung wird deshalb von islamischen Theologen ab den dreißiger Jahren versucht zu verändern.
„Seither wurde und wird versucht, durch religiöse Erwachsenenbildung diese Schichten fester an die als Solidargemeinschaft verstandene Muslimgemeinde zu binden. (Die Parallelen zum Hindu-Nationalismus sind unübersehbar“ (Oesterheld, 1996, S. 176).
Die regionalen und sozialen Bestandteile der verschiedenen „Muslimidentitäten“ werden auf Grund politischer Motive oft vernachlässigt, obwohl sie im Empfinden des Einzelnen häufig eine stark dominante Rolle spielen (vgl. Oesterheld, 1996, S. 191). Der Islam in Indien ist ebenso von der einheimischen Kultur und den Bedürfnissen der in ihr lebenden Menschen beeinflusst wie von dem Umstand, dass sich in Indien viele verschiedene muslimische „Glaubensrichtungen“ und Koraninterpretationen in einem neuen religiösen Verbund konstituieren. Dies fördert die Uneinheitlichkeit der Muslime sowie ihre vielschichtige Öffentlichkeit. Diese Faktoren sind die Strukturmerkmale die, durch die Kolonialpolitik der Europäer ausgelöst. die Entstehung des islamischen „Fundamentalismus“ prägen. Die Heterogenität auf den verschiedenen Ebenen fördert dabei die Entstehung unterschiedlicher
„fundamentalistischer“ Strömungen, die sich neben einer differenzierten Koraninterpretation, auch in einem durch die Teilung hervorgerufenen Nationalstaatsbezug unterscheiden.
„Seither wurde und wird versucht, durch religiöse Erwachsenenbildung diese Schichten fester an die als Solidargemeinschaft verstandene Muslimgemeinde zu binden. (Die Parallelen zum Hindu-Nationalismus sind unübersehbar“ (Oesterheld, 1996, S. 176).
Die regionalen und sozialen Bestandteile der verschiedenen „Muslimidentitäten“ werden auf Grund politischer Motive oft vernachlässigt, obwohl sie im Empfinden des Einzelnen häufig eine stark dominante Rolle spielen (vgl. Oesterheld, 1996, S. 191). Der Islam in Indien ist ebenso von der einheimischen Kultur und den Bedürfnissen der in ihr lebenden Menschen beeinflusst wie von dem Umstand, dass sich in Indien viele verschiedene muslimische „Glaubensrichtungen“ und Koraninterpretationen in einem neuen religiösen Verbund konstituieren. Dies fördert die Uneinheitlichkeit der Muslime sowie ihre vielschichtige Öffentlichkeit. Diese Faktoren sind die Strukturmerkmale die, durch die Kolonialpolitik der Europäer ausgelöst. die Entstehung des islamischen „Fundamentalismus“ prägen. Die Heterogenität auf den verschiedenen Ebenen fördert dabei die Entstehung unterschiedlicher
„fundamentalistischer“ Strömungen, die sich neben einer differenzierten Koraninterpretation, auch in einem durch die Teilung hervorgerufenen Nationalstaatsbezug unterscheiden.
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