Islamismus in Südasien V
Die Analyse der historischen Ausgangssituation
Muslimische und europäische Expeditionen auf den Indischen Subkontinent
Ab 1000 n. Chr. erfolgten erste muslimische Expeditionen auf den indischen Subkontinent. In den folgenden 900 Jahren kamen muslimische Gruppen in sukzessiven Wogen militärischer Attacken in die Region. Die Form des Eindringens bewirkte neben der Heterogenität eine Vielzahl kultureller Identitäten. Mit dem beginnenden sechzehnten Jahrhunderts versuchten verschiedene europäische Mächte ihren Einfluss auf den Indischen Subkontinent auszuweiten. Die Briten gründeten Ihre erste Handelsstation durch ein privates Handelsunternehmen, die Ostindische Kompanie, im Dezember 1612 in Surat am Golf von Khambhat (Cambay).
Kontrolle durch die „East India Company“
Die stärker werdende Stellung der britischen Ostindischen Kompanie während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, führte zu einer fortwährenden Auseinandersetzung zwischen dieser und französischen Truppen. Die letzte Phase des Kampfes zwischen den beiden Mächten in Indien entwickelte sich im Anschluss an den Siebenjährigen Krieg in Europa. An den Auseinandersetzungen zwischen 1756 und 1763 waren auch große indische Partisanenkontingente beteiligt.
„... die Ostindiengesellschaften bauten auf diese Weise eigene indische Truppen auf…“ (Kulke, 1998, S. 285).
Mit diesen konnten die Briten einige entscheidende Siege erringen und damit den französischen Plänen einer politischen Kontrolle über den Subkontinent endgültig eine Absage erteilen (vgl. Nohlen, Bd.4, 1997, S. 301). Die britische Ostindische Kompanie war als Ergebnis der militärischen Siege, in den Besitz politischer und territorialer Positionen in Bengalen und im Dekkan gelangt. Es gelang ihr dabei den Status eines privaten Handelsunternehmens zunächst zu behalten, bis sie 1773 vom Parlament zu einer halboffiziellen britischen Regierungsbehörde ernannt wurde.Die Durchsetzung ihrer Ziele erreichten die Briten vor allem auf Grund ihrer militärischen Überlegenheit. Daneben kamen Bestechung, Erpressung und politische Manipulation indischer Herrscher häufig und erfolgreich zum Einsatz. Die Uneinigkeit der verschiedenen indischen Königreiche und Fürstentümer bereitete den Boden dafür, dass die Briten schließlich den gesamten Subkontinent sowie angrenzende Regionen wie Birma unter ihre Gewalt bekamen. Sporadisch setzten sich verschiedene indische Staaten einzeln oder gemeinsam gegen die Ausbeutung und Besetzung ihres Landes durch die Kompanie zur Wehr, konnten sich aber nicht durchsetzen. 1845 griffen die Sikhs im Punjab britische Stellungen an und verursachten damit einen Krieg, der zu zahlreichen Opfern auf beiden Seiten führte. 1846 wurden die Sikhs geschlagen, doch zwei Jahre später begannen sie erneut eine militärische Konfrontation mit den Briten (vgl. Rothermund, 1989, S. 80 ff.).
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